Warum der erste Satz so wichtig ist
Der erste Satz eines Buches entscheidet, ob weitergelesen wird. Es ist also eine gewisse Erwartung daran geknüpft. Der erste Satz muss mitreißen, fesseln, den Lesenden direkt reinziehen.
Und genau hier liegt die Schwierigkeit. Gerade weil ein guter Einstieg so wichtig ist, hindert er oft daran, überhaupt mit dem Schreiben anzufangen, weil man sich die ganze Zeit damit beschäftigt, den richtigen Satz zu formulieren.
Doch wie schaffst du es, nicht wochenlang nur auf ein leeres Blatt zu starren? Und warum überhaupt ist der erste Satz so wichtig? Gibt es eine Faustregel für den perfekten Anfang?
Um dir zuerst die Angst zu nehmen: Den komplett perfekten Anfang gibt es nicht. Genauso wenig wie eine Faustregel dafür.
Der erste Satz sollte die Aufmerksamkeit deiner Leser bekommen, neugierig machen, Fragen aufwerfen. Deine Leserinnen sollten das Gefühl haben, unbedingt weiterlesen und mehr erfahren zu wollen.
Die Tonlage des ersten Satzes sollte sich auch im Rest des Buches widerspiegeln, er stellt das Grundgerüst deines Romans dar.
Doch um überhaupt erstmal ins Schreiben zu kommen, ist es wichtig, sich nicht von dem ersten Satz einschüchtern zu lassen, sondern erstmal runter zu schreiben. Je nachdem, welcher Schreibtyp du bist. Wenn du lieber planst, bevor du schreibst, überleg dir auch genau den Anfang. Solltest du aber eher ein »Discovery Writer« sein (so wie Stephen King bspw.), und dich von deiner Geschichte leiten lassen, dann schreib erstmal los. Ändern kannst du immer noch.
Natürlich solltest du grob wissen, was du schreiben möchtest, worum es sich bei deinem Roman dreht, einen groben Fahrplan haben, alles weitere ergibt sich dann.
Was wichtiger ist als der erste Satz
Noch entscheidender als der erste Satz deines Buches sind die ersten Seiten, das erste Kapitel. Wenn der Lesende hier nicht mitgerissen wird, wird es schwer, ihn oder sie für den Rest der Geschichte zu halten und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dein Buch weggelegt wird.
In den ersten Seiten legst du den Grundstein für die Handlung deiner Geschichte. Ganz egal, ob du einen Thriller schreibst und dort vielleicht direkt mit dem Mord einer Person startest, oder einen Liebesroman.
Deine Leser erhalten einen ersten Einblick auf deine Geschichte, und bekommen einen kleinen Vorgeschmack darauf, was sie im Buch erwartet.
Hier kannst du sie direkt ins Geschehen schmeißen, Fragen aufkommen lassen oder auch erste Charaktere einführen.
Dadurch wird der Leser neugierig und zum weiterlesen animiert. Es ist hier auch wichtig, alle Sinne miteinzubeziehen, nicht nur das visuelle, sondern auch sämtliche andere Sinne.
Achte beim ersten Kapitel darauf, nicht zu sehr zu erzählen, sondern beschreibe die Umgebung bildlich, wirf Konflikte rein, die erst im späteren Verlauf gelöst werden, um Neugierde und Spannung zu erzeugen. Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren geben Rückschlüsse über die Persönlichkeit und die Beziehung zwischen den einzelnen Protagonisten.
Beachte auch, dass du rechtzeitig die Konflikte präsentierst, auch das macht die Leser neugierig auf mehr.
Aber auch hier gilt: Lass dich am Anfang nicht zu sehr unter Druck davon setzen, alles schon in der Rohfassung perfekt machen zu wollen. Das führt in erster Linie nämlich dazu, dass du gar nicht erst zum Schreiben kommst, aus Angst, etwas falsch zu machen.
Wenn du die Tipps beherzigst, sollte einem guten Anfang und dem wichtigen ersten Satz nichts mehr im Wege stehen.
Das Wichtigste ist: Erstmal überhaupt mit deinem Roman anzufangen, denn was bringt dir der perfekte Satz, wenn du einfach nicht in die Umsetzung kommst? Richtig: Nichts.
Wie stehst du dazu?
Solltest du dir unsicher sein, dann mich gerne an. In einem (möglichen) Lektorat kann ich dir gezielt Hilfestellung geben und wir arbeiten gemeinsam an deinem Roman, um das Bestmögliche herauszuholen.
Wie hat dir der Beitrag gefallen? Hast du noch weitere Anmerkungen? Dann schreib es mir gerne in die Kommentare.


