Wie schreibst du einen gelungenen Dialog?
In meinem letzten Blog-Beitrag, den du hier nachlesen kannst, ging es um den ersten Satz und warum dieser so wichtig ist.
Doch was genauso wichtig ist, wie ein gelungener Anfang ist der Dialog. Leider wird das oft gerne vergessen.
Eins vorweg: Was ist ein Dialog?
Ein Dialog ist ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen, im Roman zwischen zwei oder mehreren Figuren. Dialoge finden in der direkten Rede statt. Ein guter Dialog charakterisiert deine Figur, sorgt für Konflikt und Reibung, bringt die Handlung voran. Wenn deine Figur mit sich selbst redet ist es kein Dialog, sondern ein Monolog.
Das Wichtigste vorweg: Jeder Dialog sollte ein Ziel verfolgen!
Wenn sich der Dialog eher schleppend liest und kein Ziel verfolgt, (bspw. wird einfach nur Small Talk gehalten) wird der Leser oder die Leserin das Buch schnell wieder aus der Hand legen. Deshalb solltest du dir schon von Beginn an überlegen, wo der Dialog zwischen deinen Figuren hinführen soll.
Wenn du einen Dialog schreibst, achte darauf, dass jede Figur eine eigene »Stimme« hat. Hat dein Protagonist ein Lieblingswort? Wie ist die Ausdrucksweise deines Antagonisten? Wie spricht deine Protagonistin? Wie ist die Ausdrucksweise? Beispielsweise redet jemand aus gehobenerem Kreis anders als jemand aus einer Arbeiterfamilie.
Ein guter Dialog charakterisiert die Person, ohne einen Steckbrief dafür zu benötigen. Ist deine Protagonistin beispielsweise schüchtern, wird sie eher leise sprechen und sich dementsprechend auch verhalten. Genauso andersrum. Deshalb ist es auch so wichtig, dass du deine Figuren gut kennst. Natürlich kann niemand die Person hören, wenn du über sie schreibst, hier ist dann ihr Verhalten wichtig. Jemand, der schüchtern ist, ist eher in sich gekehrt, nervös, dieses Verhalten kannst du in deinem Buch beschreiben. Hier darauf achten, das Verhalten zu zeigen, statt nur kurz zu schreiben. Siehe meinen Beitrag zu »Show, don’t tell«.
Wichtig ist auch, dass dein Dialog gut lesbar ist. Umgangssprache, ständige Versprecher oder viele Wörter in Dialekt können den Lesefluss stören. Das heißt natürlich nicht, dass du ganz darauf verzichten solltest. Es ist wie immer, die Menge macht das Gift.
Nutze beim Schreiben eines Dialogs nicht ständig »sagte«, »fragte«, etc., sondern nutze viel mehr »show, don’t tell«. Zeige deinen Lesern, was deine Figur macht.
Beispielsweise statt: »Ich habe keine Lust mehr, ständig auf die S-Bahn warten zu müssen«, sagte Michael wütend. Lieber: »Ständig diese Verspätungen.« Michael schmiss seine Tasche in die Ecke und ließ die Tür hinter sich zuknallen.
Keinen Infodump in deinen Dialogen. Zu viel Informationen sind eher kontraproduktiv. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Überlege dir gut, wie viel Informationen der Leser benötigt und fasse es sonst in kurzen Sätzen zusammen.
Genauso wichtig ist die richtige Zeichensetzung.
Richtig ist: »Heute ist ein warmer Tag«, sagte Miriam.
Oder: »Wie geht es dir heute?«, fragte Manuel.
Oder: »Ich habe im Lotto gewonnen!«
Falsch: »Heute ist ein warmer Tag,« sagte Miriam.
Oder: »Wie geht es dir heute?« fragte Manuel.
Oder: »Ich habe im Lotto gewonnen«
Gute Dialoge bringen die Handlung voran und dienen nicht nur zum Füllen der Seiten.
Überlege dir, was du mit dem Dialog bezwecken möchtest. Dialoge sind wichtig für die Handlung deines Romans, unterschätze sie deswegen nicht und hinterfrage dich bei jedem einzelnen Dialog, was du damit bezwecken willst. Auch wenn man sagt, man solle schreiben, wie man spricht, stimmt das nicht unbedingt. Niemand möchte in einem Buch lesen, wie das Wetter gerade so ist. Deshalb lass solche einfachen Unterhaltungen raus, es sei denn, du brauchst sie wirklich.
Nutze den Subtext für deinen Dialog. Was ist ein Subtext? Er spricht das aus, was nicht gesagt wird. Ein guter Dialog besteht auch aus dem Subtext. Was meint deine Figur wirklich, wenn sie etwas sagt? Der Subtext ist ein gutes Mittel, um für Konflikt in deinem Roman zu sorgen.
Wie stehst du dazu?
Solltest du dir unsicher sein, dann mich gerne an. In einem (möglichen) Lektorat kann ich dir gezielt Hilfestellung geben und wir arbeiten gemeinsam an deinem Roman, um das Bestmögliche herauszuholen.
Wie hat dir der Beitrag gefallen? Hast du noch weitere Anmerkungen? Dann schreib es mir gerne in die Kommentare.


